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Bunt gemischte Gruppe engagiert sich - Landfrauen erfüllen längst nicht mehr nur alte Klischees - Erntedankfest mit Spiel, Spaß und Kuchenbuffet

Wöllstadt
(mai). Immerhin noch zehn der ortsansässigen Landfrauen, organisiert als Untergruppe im Bezirksverein Friedberg, verstehen sich als klassische echte Bauersfrauen. Ansonsten hat die bunt gemischte Truppe aus Berufstätigen, Studentinnen und Hausfrauen nichts mehr mit den alten Themen vergangener Jahr zehnte zu tun — das zeigte am Sonntag ein drucksvoll das Fest zum Erntedank im katholischen Gemeindehaus am Wiesenweg in Ober Wöllstadt.
Wie auch sonst würden junge Frauen ab 21 Jahren die Veranstaltungen und Zielsetzungen des rührigen Vereins mit ihrer Jugendlichkeit verstärken. Nachwuchssorge ist hier kein Thema. Dafür aber Information und Schulung in allen Fragen des modernen gesellschaftlichen und kulturellen Lebens sowie die Unterstützung von Randgruppen, sprich das soziale Engagement für die Friedberger Tafel als aktuelles Beispiel. Bereits zur Messe am Samstag in Friedberg konnten sich die engagierten Damen über eine ordentliche Resonanz in der Bevölkerung freuen, die dem Aufruf gefolgt waren, Lebensmittel für die Sozialspeisung zu spenden. Bunt dekoriert zeigte sich der Altar in der Kirche, mal nicht mit klerikalem Beiwerk, sondern mit praktischen Gaben wie Tee, Kaffee und Schokolade, auch Dosengerichten und weniger schnell verderblichem Obst und Gemüse.
Nach dem gestrigen Abschmücken wurde noch am selben Tag alles unter der Organisation von »Tafel«-Gruppenleiterin Hildegard Wend, verantwortlich für die Sortierung der Naturalien, ausgeliefert.
Am Sonntag ließ sich ausgelassen Erntedank feiern, wobei der spielerische Spaß nicht zu kurz kommen sollte. Beim viel bejubelten Kartoffelschäl- und Knöpfezähl-Wett-bewerb hatten die beiden folgenden Wöllstädter Damen die Nase
vorn: Edeltraud Bönsel zeigte den zahlreichen Besuchern, dass sie in zwei Minuten knapp ein Kilo Kartoffeln sauber zu schälen weiß — zwei Riesen-Wirsingköpfe waren der vitaminreiche Lohn. Doris Maiwald ihrerseits tippte mit 1777 eine nur um sechs Zähler daneben liegende Anzahl von Knöpfen, die es in einem Glasgefäß zu betrachten und zu schätzen galt — Tusch und ein Mordskürbis zum Dank! Als die beiden aller letzten »Sieger« mit einer »Ballonfahrt« bedacht und in einem mit Luftballons geschmückten Leiter-wagen durch den Saal ‘gezogen wurden, war die Stimmung auf dem Höhepunkt.
Die nächsten Eckpunkte im Programm der Landfrauen, die sich an jedem Montag um 20 Uhr im Pfarrzentrum treffen, sprechen sicher nicht nur die vorhandenen Mitglieder an: Zum Erste-Hilfe-Kurs am 23. Oktober sowie zum Vortrag über Fragen zum neuen Erbrecht am 6. November sind interessierte Gäste willkommen.