Lebensmittel für Bedürftige — Friedberger weiten ihr Angebot aus — Infoveranstaltung am Montag
Bad Nauheim (ihm). Die Friedberger Tafel wird bald auch für bedürftige Bürger aus Bad Nauheim aktiv. Stadtoberhaupt Bernd Witzel empfing das Vorstandsteam gestern im Rathaus. Voraussichtlich im Februar geht es los, Ort der Ausgabe wird Friedberg sein. Etwa 25 freiwillige Helfer werden gesucht. Für Montag, 26. November (18 Uhr), ist eine Infoveranstaltung im Sportheim (Hauptstraße 102) terminiert. Eingeladen sind potentielle Bezieher, gesetzliche Betreuer, Interessenten für ein Ehrenamt und mögliche Sponsoren. In Kürze richtet die Organisation eine Sprechstunde im Bad Nauheimer Rathaus ein.
300 Familien aus Friedberg betreut die Tafel. An drei Ausgabetagen pro Woche können Bürger mit Kundenkarte einen Korb voll Lebensmitteln bekommen. Einmal wöchentlich ist dies bislang für jeden Abholer möglich, pro Bezug zahlt er zwei Euro. Für die versorgten Menschen ist die Einrichtung wichtig, wie Vorsitzende Hannelore Finkernagel berichtete: Zwei Familien sein eigens wegen des Angebots in die Kreisstadt gezogen.
Bei der ersten Infoveranstaltung im Januar 2006 hätten die Initiatoren versprochen, ihr Engagement zu gegebener Zeit auf Bad Nauheim auszudehnen. Zuvor habe jedoch die Logistik stehen müssen. Als Stichworte nannte stellvertretender Vorsitzender Bernd Schäfer Kühlung, Lagerräume, Ausgabetheke, EDV-Ausstattung sowie eine ausreichend hohe Lieferantenzahl. 70 ehrenamtliche Helfer und sechs Ein-Euro-Kräfte setzen sich derzeit aktiv ein, 120 Mitglieder hat der Verein.
Wie Vorstandsmitglied Norbert Simmer ausführte, werden 200 Bezieher aus Bad Nauheim sowie 100 Abholer aus dem westlichen Wetteraukreis hinzukommen. Eine Zweigstelle in der Kurstadt zu installieren, sei wegen der aufwendigen Raumausstattung nicht machbar. Der Weg in die Kleine Klostergasse 11 in Friedberg dürfte für die Kunden aber kein Problem darstellen, so die Erfahrung des Teams. Auch jetzt legten Bezieher etwas weitere Strecken zurück, etwa wenn sie aus den Stadtteilen Dorheim oder Fauerbach stammen. Ein Teil des betroffenen Personenkreises sei ohnedies zur Freifahrt im Bus berechtigt, erläuterten Schäfer und Witzel. Die WZ fragte bei den Stadtwerken nach: Kostenlos Bus fahren dürfen Passagiere mit Schwerbehindertenausweis.
Pro Ausgabetag können aus Platzgründen nur maximal 100 holende Personen bedient werden. Nach Angaben der Initiatoren wird sich daher der Turnus ändern: Sobald die Kurstadt mit im Boot ist, kommen die Kunden nur noch einmal innerhalb von zwei Wochen. Bereits jetzt seien die mitgegebenen Mengen entsprechend groß. Die Zeit bis Februar braucht das Team allerdings noch, um die Organisation abzuwickeln.
Peter Radl (Ländervertreter Hessen und Mitglied des Bundesvorstands) äußerte, die Tafel wolle in Kürze eine Sprechstunde in Bad Nauheim einrichten. Bedürftige Bürger, die einen Nachweis vorlegen, können dort ab Dezember eine Kundenkarte beantragen.
Witzel erklärte spontan, er stelle ein Büro im Rathaus zur Verfügung. Wie der Bürgermeister betonte, unterstütze er das Vorhaben ausdrücklich. Laut den Bestimmungen der Organisation dürfe im näheren Umkreis einer bestehenden Tafel keine weitere Tafel agieren. Daher sei die Stadt an einer Zusammenarbeit interessiert gewesen. Die Friedberger Einrichtung arbeite professionell und mit großem Aufwand. Das Stadtoberhaupt appellierte, ausreichend viele. Einwohner mögen sich für eine kontinuierliche ehrenamtliche Hilfe zur Verfügung stellen. Zudem empfahl er, den Verein durch eine Mitgliedschaft zu Unterstützen.
Bildunterschrift:
Sie unterstützen das Tafel-Vorhaben: Bürgermeister Bernd Witzel (links) und Peter Krank (Fachbereichsleiter Bürgerservice, rechts), mit Peter Radl, Norbert Simmer, Hannelore Finkernagel und Bernd Schäfer. (Foto: ihm)
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