Eine Essens-Tafel für Arme
Neue Initiative will Bedürftigen helfen – Infoveranstaltung am 17. Januar
Friedberg/Bad Nauheim (jw). Nicht alle Menschen haben ihr täglich Brot - und dennoch gibt es Lebensmittel im Überfluss. Eine halbe Million Menschen bundesweit, darunter ein Drittel Kinder, ist nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Tafeln täglich auf Essen- Spenden angewiesen — Tendenz steigend. Nun haben sich auch in Friedberg und Bad Nauheim Menschen gefunden, die der blanken Armut in einem der reichsten Länder der Welt mit dieser mildtätigen Hilfe begegnen wollen. Am 17. Januar ist eine Informationsveranstaltung geplant. Es werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht, die sich in dem Projekt engagieren wollen.
1993 wurde nach amerikanischem Vorbild die erste ehrenamtliche Tafel Deutschlands in Berlin gegründet. Das Konzept: Sozial engagierte Menschen sammeln bei Supermärkten, Bäckereien oder Fleischereien überschüssige Lebensmittel und geben sie kostenlos an die Bedürftigen ab. Mittlerweile gehören 20000 ehrenamtliche Helfer bundesweit zum Tafel-Netz.
Die Tafeln bemühen sich um einen Ausgleich - mit ehrenamtlichen Helfern, für die Bedürftigen der Stadt. Ziel ist es, alle qualitativ einwandfreien Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, an Bedürftige zu verteilen. »Viele Betroffenen leben pro Tag von etwa 4,50 Euro, die für die Zubereitung von Frühstück, Mittag- und Abendessen ausreichen müssen«, sagen Hannelore Finkernagel und Peter Radl. Viele Sozialhilfeempfänger schafften es nur durch extremen Verzicht, bis zum Monatsende durchzuhalten. »Vielen gelingt es nicht. Sie sind auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen oder hungern.«
Die Tafeln helfen diesen Menschen, eine schwierige Zeit zu überbrücken und geben ihnen dadurch Motivation für die Zukunft. Die immer problematischer werdende wirtschaftliche Situation und die dadurch bedingte größer werdende Armut haben Finkernagel und Radi veranlasst, sich für eine Tafel in Friedberg einzusetzen. Auf Antrag beim Bundesverband Deutsche Tafel und nach Zusicherung der Einhaltung der Tafelgrundsätze haben sie die Genehmigung zur Gründung der Friedberger Tafel erhalten. Auch der Verein Freiwilligenzentrum aus Bad Nauheim ist an einer Tafelgründung interessiert.
In den Statuten des Dachverbandes ist allerdings geregelt, dass zwischen zwei »Tafel-Städten« eine Entfernung von 30 Kilometern liegen soll. Da Friedberg bereits die Genehmigung hat, fand ein Gespräch mit Finkernagel, Radl und den Initiatoren c Freiwilligenzentrums statt. »Da die Bedürftigkeit sowohl in Friedberg wie auch in Bad Nauheim groß ist, sind wir daran interessiert gemeinsam zu arbeiten«, sagen die Initiatoren. Finkernagel hat daher einen Antrag auf eine gemeinsame Friedberger und Bad Nauheimer Tafel gestellt. Nun hoffen die Initiatoren auf einen positiven Bescheid.
Unternehmen und freiwillige Helfer gesucht
Gesucht werden Unternehmen wie Verbrauchermärkte oder Bäckereien, die Lebensmittel abgeben und damit die Tafelidee nachhaltig unterstützen. Darüber hinaus werden viele ehren amtlich tätige Helfer benötigen, um die Lebens mittel abzuholen, zu sortieren und zu verteilen. Am 17. Januar um 16 Uhr findet eine Informationsveranstaltung in Friedberg statt. Es spricht der Land.esvertreter des Bundesverbandes Deutsche Tafel, Mengeringhaus. Zu diesem Termin sind alle Interessierte eingeladen. Der genaue Tagungsort wird, rechtzeitig in der Presse bekannt gegeben.
Für weitere Fragen oder Informationen stehen Hannelore Finkernagel unter der Telefonnummer 0160/96347342 und Peter Radl unter Telefon 06031/1 49 54 zur Verfügung
