Friedberger Tafel bestätigt Vorsitzende Hannelore Finkernagel und ihr Vorstandsteam — Ab April wird Arbeit ausgeweitet
Friedberg (har). Auch in den kommenden zwei Jahren steht Hannelore Finkernagel an der Spitze der Friedberger Tafel. In der Jahreshauptversammlung am Mittwoch in der Stadthalle wurde sie ebenso in ihrem Amt bestätigt wie ihr Stellvertreter Bernd Schäfer; der hatte das Amt Ende letzten Jahres übernommen, nachdem Peter Radl zum Ländervertreter Hessen gewählt wurde. In ihrem Jahresbericht ging die Vorsitzende auf die Entwicklung des vor zwei Jahren von 20 Personen gegründeten Vereins ein. Heute sind es 170 Mitglieder. Finkernagel wertete dies als deutliches Zeichen, »dass die Bevölkerung an unserer Arbeit interessiert ist und bereit ist mitzuwirken«.
Erfolgreich waren Veranstaltungen wie der »Tag der offenen Tür« zum einjährigen Bestehen des Tafelladens, das Sommerfest auf dem Gelände der Colorado-Ranchers, die Weihnachtsfeier für die Helfer und die Benefizveranstaltungen mit der Marvin-Dorfler-Big-Band im »Central-Studio« und in »Kostas Musikbistro«, organisiert von Tafelmitglied Gunter Gomola. Ein Höhepunkt war die Nikolausfeier im »Central« mit über 150 Tafelkindern. Dabei wurde die Tafel vom Inhaber-Ehepaar Jannik unterstützt. Größter Lieferant ist das Rewe-Zentrallager in Rosbach, dazu kommen viele Rewe-, Aldi- Penny- und tegut-Märkte in Friedberg und Assenheim, sieben Bäckereien und »Sonderfahrten«, etwa zum Wurstlieferanten »Brandenburg« in Frankfurt oder zu »Ferrero« in Bad Vilbel. Zum Fahrteam gehören 20 Personen, hinzu kommen Helfer beim Sortieren, in der Ausgabe und in der Verwaltung. »Was wir bewegen, geht nur mit einem Team, und Ihr seid ein tolles Team«, sagte Finkernagel, die besonders Achim Bornträger für die Organisation des Fahrdiensts, »Büroleiter« Walter Krause und Hermann Thaddey für den Bereich Kühllogistik sowie allen Ein-Euro- Jobbern dankte.
Die größte Einzelspende im vergangenen Jahr mit 20 000 Euro kam von der Willy-Robert-Pitzer-Stiftung. Loni Schuchardt und Andreas Kugland verkauften nicht nur 700 Kalender zugunsten der Tafel, sondern hatten auch Firmen zu Spenden aufgefordert; hier kamen 10 000 Euro zusammen. Wie berichtet, wird voraussichtlich im April mit der Ausgabe von Lebensmitteln an 200 Familien aus Bad Nauheim und weiteren 100 aus den umliegenden Gemeinden begonnen. »Dann sind unsere Kapazitäten erschöpft«, so die Vorsitzende. Kassierer Norbert Nüchter meldete ein kräftiges Plus in der Kasse. Es konnte eine Rücklage gebildet werden, um den Kauf eines weiteren Fahrzeugs zu finanzieren. Die Kassenprüferinnen Carla Seipp und Cornelia Biedenkopf meldeten keinerlei Beanstandungen, Kasse und Vorstand wurden ohne Gegenstimmen entlastet.
Vor den Wahlen übergab Bernd Schäfer einen Blumenstrauß an Hannelore Finkernagel als Dank für die Arbeit, denn »das beste Auto taugt nichts ohne einen guten Motor, und wir haben einen sehr guten«. Unter der Leitung von Peter Radl wurden folgende weitere Mitglieder in den Vorstand gewählt: Kassierer Norbert Nüchter sowie die Beisitzer Achim Bornträger, Michael Erlenbach, Walter Krause, Ingrid Martin-Schmidt, Norbert Simmer und Hermann Thaddey.
Die Armut nimmt zu
In Deutschland gibt es 767 Tafeln, die jährlich 120 000 Tonnen Lebensmittel umsetzten, berichtete Peter Radl. In Hessen versorgen 51 Tafeln 17 600 Familien mit 13 500 Kindern. »Es droht eine große Altersarmut, schon jetzt gelten 15 Prozent aller Kinder als arm«, erläuterte Radl, der klarstellte: »Wir können niemals alle Bedürftigen versorgen« Gefordert sei eine engere Zusammenarbeit mit den Lieferanten, so wie jetzt mit Lidl vereinbart. Die Supermarktkette schafft Kühlschränke für die Tafelwaren an, an den Pfandautomaten kann der Kunde das Pfand per Knopfdruck an die Tafeln weitergeben und erhält eine Spendenquittung. In Hessen will Radl drei Tafel-Logistikzentren aufbauen, Hygieneschulungen und im Internet eine interne Hessenseite aufbauen (har)
Bildunterschrift:
Der Vorstand mit (v.1.) Norbert Nüchter, Walter Krause, Hannelore Finkernagel, Bernd Schäfer, Achim Bornträger, Norbert Simmer, Hermann Thaddey und
Ingrid Martin-Schmidt; es fehlt Michael Erlenbach. (Foto: har)
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