Zufall: Helferschulung ein Jahr nach Eröffnung
Wiederholungsbelehrungen nach dem Infektionsschutzgesetz im Laden der Friedberger Tafel
Friedberg (har). Am Donnerstagabend fand die erste von zwei sogenannten Wiederholungsbelehrungen nach dem Infektionsschutzgesetz für die 70 ehrenamtlichen Helfer der Friedberger Tafel statt. Ort des Geschehens war natürlich der Tafelladen in der Kleinen Klostergasse 11. Was die ehrenamtlich in der Tafel Aktiven allerdings nicht wussten, war die Tatsache, dass exakt ein Jahr zuvor, am 5. Juli 2006, der Tafelladen in Betrieb genommen war.
Dies wusste natürlich die Tafel-Vorsitzende Hannelore Finkernagel und überraschte in der Pause der Gesundheitsbelehrung die Anwesenden mit einem Glas Sekt, der natürlich nicht aus dem Etat der Tafel stammte, sondern »extra hierfür gespendet worden ist«, so Finkernagel, die die Gelegenheit nutzte, den Helfern für ihre Arbeit zu danken: »Wenn ich in die Runde sehe, stelle ich fest, dass die meisten von Anfang an dabei oder unmittelbar nach der Tafelöffnung zu uns gestoßen sind«.
Ansturm nach wie vor gewaltig
Ein besonderer Dank Finkernagels ging an ihren Stellvertreter Peter Radl, der zu denjenigen gehört, die fast täglich für die Tafel aktiv sind. »Ich hoffe, dass wir hier noch viele Tafeljubiläen feiern können«, meinte die Vorsitzende abschließend, und so wurde gemeinsam auf ein Jahr Tafelladen angestoßen. Dass es weitere Jubiläen geben wird, scheint außer Frage zu stehen, ist der Ansturm nach wie vor gewaltig, und trotz der Erweiterung der Öffnungszeiten und der Lieferung der Lebensmittel in die Ortsteile besteht weiterhin eine Warteliste.
Derzeit werden rund 650 Personen in 300 Familien mit Lebensmitteln versorgt und damit in der Woche um die sieben Tonnen Lebensmittel bewegt. Damit letzteres den Vorschriften entspricht, muss die jährliche Wiederholungsbelehrung vorgenommen werden. Diese übernahm Tafel-Mitglied Bernd Appel, im Hauptberuf Küchenchef des Karl-Wagner-Hauses, dem Finkernagel besonders dankte, denn: »Normalerweise kostete diese Belehrung pro Person 17 Euro, und die sparen wir, weil Bernd Appel dies kostenlos macht.«
Film über Umgang mit Lebensmitteln
Zunächst führte Appel auf der Großleinwand einen Film vor, der auch bei den Belehrungen durch die Gesundheitsämter gezeigt wird. Darin wird anhand eines Beispiels verdeutlicht, wie groß die Gefahr von Salmonellen, Hepatitis A und anderen bakteriellen Erkrankungen beim nicht sachgemäßen Umgang mit Lebensmitteln ist. Gezeigt werden in dem Film auch die entsprechenden Vorbeugemaßnahmen und der korrekte hygienische Umgang mit den Lebensmitteln. Unter anderem wird eine Impfung gegen Hepatitis A empfohlen und ausführlich auf das gründliche Händewaschen nach jedem Toilettengang hingewiesen. Auch auf das Tragen von Handschuhen beim Umgang von Lebensmitteln wurde ausführlich eingegangen.
Im zweiten Teil des Abends ging Bernd Appel noch auf einige spezifische Gegebenheiten im Bereich der Tafel ein und beantwortete Fragen. »Das ist doch eigentlich selbstverständlich, was da in dem Film gezeigt wurde«, meinte ein Tafel-Helfer. Dem konnte Appel nur bedingt zustimmen. »Das mag für sie und die Helfer hier stimmen, aber gerade in der Lebensmittelindustrie mit vielen geringfügig bezahlten und ständig wechselnden Beschäftigten sind diese Belehrungen unverzichtbar.«
Die Frage, ob die Handschuhe, die beim Sortieren und dem Ausgeben der Waren verwendet werden, vielleicht »etwas zu kurz« seien, konnte Appel mit einem deutlichen Nein beantworten. Die im Film gezeigten langen Handschuhe würden nur beim Herstellen der Lebensmittel benötigt: »Für Ausgabe und Sortierung sind unsere Handschuhe völlig ausreichend.« Abschließend erhielt jeder Teilnehmer den entsprechenden Eintrag in seinen Gesundheitspass. Eine zweite Wiederholungsbelehrung für die restlichen Tafel-Helfer wird in Kürze durchgeführt.
Angesichts der nicht abreißenden Resonanz und der weiter bestehenden Warteliste sucht die Tafel weiterhin Helfer für alle Bereiche wie Transport, Sortierung und Ausgabe. »Auch wer nur einmal im Monat helfen will oder kann, ist willkommen«, so Peter Radl, auch Spenden zum Ausgleich des Etats werden weiterhin benötigt.
Informationen gibt es im Internet unter www.friedberger-tafel.de oder unter der Telefonnummer 06031/6844624. Bürozeiten sind montags, mittwochs und freitags von 10 bis 12 und von 14 bis 17.30 Uhr.
Bildunterschrift:
Fast die Hälfte aller Tafel-Helfer war zur ersten Wiederholungsbelehrung gekommen, darunter die 1. Vorsitzende Hannelore Finkernagel (2. v. l. stehend) und davor kniend ihr Stellvertreter Peter Radl.
(Foto: Schuchardt)
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