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Bei der Eröffnung des »Gerippte« sammeln die Gäste für die Friedberger Tafel — Abend mit vielen gelungenen Auftritten
Friedberg-Ockstadt (har). Mit einem bunten Programm startete, das Ehepaar Eva und Erich Scharf am Freitagabend die zehnte Saison ihrer Apfelwein-Straußwirtschaft »Zum Gerippte« in der Borngasse. Den Jubiläumsabend gestalteten Stammgäste und Freunde der Inhaber, die sich über eine übervoll besetzte Scheune freuten, in die man angesichts der kühlen Witterung gezogen war. Allerdings waren es überwiegend »Auswärtige«, die gekommen waren, wie ein Ockstädter feststellte.
Durch den Abend führte Harald Schuchardt, der das Programm mit einem Gedicht über das Gerippte in hessischer Mundart eröffnete. Was alles passiert, wenn man ein Dutzend Gläser Ebbelwoi trinkt, beschrieb Stammgast Peter Radl, der auch den 47. Geburtstag von Erich Scharf an diesem Tag in seinen Vortrag mit einbaute. Da Radl auch als 2. Vorsitzender der Friedberger Tafel aktiv ist, überraschte der Moderator nach Absprache mit dem Wirtsehepaar und den am Programm Beteiligten mit dem Vorschlag, bei den Gästen Geld für die Tafel zu sammeln, wofür Eva und Erich Scharf einen Bembel zur Verfügung stellten. Die Idee kam bestens an, und auch die Infobroschüren der Tafel wurden gerne angenommen. So konnte Radl später den Betrag von 205,40 Euro samt Bembel in Empfang nehmen.

»Ich danke im Namen der Tafel, der 80 Helfer und der Bedürftigen«, sagte ein sichtlich gerührter Radl.

Mit dabei im Programm waren auch die beiden Söhne des Ehepaars Scharf, die auf dem Keyboard ihr musikalisches Können bewiesen. Jonas spielte »Life is Life«, während dessen älterer Bruder Niklas mit einem flotten Boogie Woogie überzeugte. Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt des »Ockstädter Heinos« alias Urban Keil, der zum Vollplayback einen nahezu perfekten Heino abgab und nicht zuletzt mit authentischer Mimik begeisterte. Das forderte Zugaben heraus. Nachbar und Stammgast Thomas Witzenberger war gleich mehrfach aktiv. So unterhielt er die Besucher zunächst mit Gedichten des Frankfurter Lokaldichters Friedrich Stoltze.
Später erzählte er Begebenheiten im oberhessischen Dialekt, die Walter Schauß gesammelt und geschrieben hat. Witzenberger ist auch Mitglied der »Ockstädter Schürzenjäger«, wo er in Original Tiroler Tracht die Teufelsgeige spielt, während Uli Henritzi und Michael Wendt mit Schürzenjäger-Klassikern oder »Die Hände zum Himmel« für beste Stimmung im »Gerippte« sorgten. Mit dabei war auch Ursula Witzenberger als »Antonia« beim DJ-Ötzi-Hit »Anton aus Tirol«. Aus dem geplanten 15-minütigen Auftritt der »Schürzenjäger«, die in diesem Jahr übrigens seit zehn Jahre bestehen, wurden schließlich 30 Minuten, und als bei »Sierra Madre« das Licht gedämpft und die Wunderkerzen angezündet wurden, herrschte eine einmalige Stimmung in der Scheune. Stammgast Jürgen, Linde über reichte dem Ehepaar Scharf zum Jubiläum ein selbst gemaltes Bild vom Hof des »Gerippten«. Trotz oder vielleicht sogar wegen der Verlegung des Eröffnungsabends in die Scheune wurde der Abend ein toller Erfolg.