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Sparkasse Oberhessen präsentiert erste Sozialbilanz: Mit 288 000 Euro soziale, kulturelle und sportliche Projekte gefördert
FRIEDBERG (oh). "Die Sozialbilanz ist für uns genauso wichtig wie der Geschäftsbericht", betonte Günter Sedlak. Erstmals präsentierte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Oberhessen gestern eine zusammenhängende Dokumentation über das umfangreiche Sponsoring des Kreditunternehmens in der Region. 288 000 Euro haben die Sparkasse selbst und ihre gemeinnützige Stiftung im vergangenen Jahr in kulturelle, sportliche und soziale Projekte investiert. Beispielhaft nahmen die Vertreter der vier regionalen "Tafeln" an dem Treffen teil. Den westlichen Industrienationen geht es gut - zu gut. 25 Prozent aller erzeugten Lebensmittel sind über dem Bedarf produziert und werden entsorgt. Umgekehrt gehen 20 Prozent aller deutschen Schulkinder ohne richtiges Frühstück aus dem Haus und viele Rentner (vor allem alte Frauen) müssen von 4,50 Euro am Tag ihren Lebensunterhalt bestreiten. In den Vereinigten Staaten wurde vor Jahrzehnten die Idee der "Tafel" geboren, die mit gespendeten Lebensmitteln Bedürftige unterstützt. 1993 kam die Idee nach Deutschland. Der ersten "Tafel" in Berlin folgten hunderte. Vier der aktuell 670 bundesdeutschen "Tafeln" befinden sich im Einzugsgebiet der Sparkasse Oberhessen. Die älteste in Butzbach wurde 2005 gegründet, Friedberg und Schotten folgten 2006, Büdingen im Januar 2007. Insgesamt versorgen an den vier regionalen "Tafeln" 300 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer knapp 2000 Bedürftige allwöchentlich mit Lebensmitteln. Viele Kinder sind darunter, alleinerziehende Mütter, Alte und Kranke. Trotzdem gibt es immer wieder Kritik an der Hilfe. "Alles ist relativ, auch die Armut", setzte Peter Radl dem Argument entgegen, Menschen in Deutschland gehe es insgesamt doch viel besser als denen in anderen Ländern: "Mit 345 Euro Hartz IV ist man in Kenia sicher reich. Aber unsere Kunden leben nicht in Kenia, sondern in Deutschland. Und da sind 345 Euro - Monat für Monat - alles andere als viel." 9 000 Euro erhielten die vier Tafeln insgesamt von der Sparkasse Oberhessen. Die meisten brauchen das Geld dringend für neue (Kühl-)Fahrzeuge, denn der Bedarf steigt stetig. Jede Tafel hat lange Wartelisten. In Friedberg gibt es den dritten Ausgabetag bereits, in Büdingen und Butzbach sind es zwei, in Schotten wird der zweite Tag geplant. Zusätzlich wird in Butzbach von Montag bis Freitag bei der Awo täglich ein preiswertes warmes Essen ausgegeben. In der Broschüre "Verantwortung zeigen -- Die Sozialbilanz 2006" dokumentiert die Sparkasse ihr finanzielles Engagement im Einzelnen. Günter Sedlak ließ keinen Zweifel daran, dass dieses Engagement in direktem Zusammenhang steht zum wirtschaftlichen Erfolg. Nur ein gesundes und erfolgreiches Unternehmen könne sich soziales und kulturelles Sponsoring überhaupt leisten, betonte er. Allerdings handle auch nicht jeder, der dies könne, unternahm der Sparkassenchef einen Seitenhieb auf die "Global Player", die Großunternehmen, die zwar weltweit aktiv sind, aber nirgendwo mehr verwurzelt. Dies ist das Markenzeichen der Sparkasse. "Wir sind verwurzelt in der Region", sagte Sedlak und begründete damit die Neigung der Sparkasse sich "sozial" und damit die Fähigkeit zu zeigen, sich für andere zu interessieren. Mehr als 500 unterschiedliche Initiativen wurden 2006 mit Beträgen unterschiedlicher Größenordnung unterstützt. Für Kultursponsoring gab die Sparkasse Oberhessen 68 764 Euro aus; unter anderem wird die Reihe "Nidda literarisch" von ihr gefördert. Sport-Events (darunter der Sparkassen-Oberhessen- Cup) erhielten insgesamt 40 315 Euro. Ihr direktes soziales Engagement war den Sparkassenbankern 76 453 Euro wert. Schulische und außerschulische Bildungsträger wurden mit 103 225 Euro gefördert. Davon profitiert haben unter anderem die "Wetterauer Schultheatertage, das Planspiel Börse und der "Zeitungstreff". Mit 1 200 Mitarbeitern und fast 40 Auszubildenden ist die Sparkasse Oberhessen zugleich einer der größten Arbeitgeber in der Region. Auch die Kommunen profitieren: Sie erhalten jährlich sechs Millionen Euro an Gewerbesteuer. Zusätzlich vergab das Kreditinstitut 2006 den größten Teil eines Auftragsvolumens von 4,5 Millionen Euro an heimische Unternehmen. "Wir sind stolz auf unsere soziale Bilanz. Sie zeigt, das sich die Menschen hier auf uns verlassen können, nicht nur als Finanzunternehmen, sondern auch als Kümmerer. Sie unterstreicht das, was nicht viele von sich behaupten können: Wir sind gut für Oberhessen", erklärte Sedlak.