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Florstädter können Friedberger Tafel in Anspruch nehmen
FLORSTADT (lu). Längst hat sich die Bürgerhilfe Florstadt (BHF) bei der Vermittlung von Hilfesuchenden und ehrenamtlichen Mitarbeitern einen Namen gemacht. Besonders die Begleitung bei Arztbesuchen oder Behördengängen, Einkaufshilfen sowie Besuche bei älteren oder allein stehenden Menschen beschäftigt die Bürgerhilfe, die aus dem Florstädter Agenda-Prozess und der Arbeitsgruppe Soziales und Wirtschaft hervorgegangen ist. Doch damit nicht genug: Die BHF sucht nach neuen Aktionsfeldern, um sich weiter für benachteiligte und sozial schwache Mitmenschen einzusetzen. Das aktuellste Ergebnis dieser Bemühungen ist der Zugang für Florstädter zur Friedberger Tafel, der unter Dach und Fach gebracht wurde.
Die Tafeln in Deutschland kümmern sich seit fast 15 Jahren um Menschen, die sich wegen ihrer sozialen Lage kaum Lebensmittel leisten können. "Verwerten statt vernichten" ist der Grundsatz. Deshalb werden bei Bäckern, Metzgern oder Supermärkten Lebensmittel eingesammelt, die nicht mehr verkauft werden, aber keinen Makel haben, und den berechtigten Personen gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung gestellt. Die Tafeln koordinieren die Gegensätze von "Lebensmitteln im Überfluss" und jener Zahl an Menschen, für die nicht das "tägliche Brot" zur Verfügung steht. Dies beschäftigt auch die ehrenamtlichen Helfer bei der Tafel in Friedberg. Peter Radl, frisch gewählter Landesvertreter der hessischen Tafeln und bisheriges Vorstandsmitglied der Friedberger Tafel, berichtete jetzt während eines Helfertreffens der Bürgerhilfe Florstadt im Bürgerhaus Ober-Florstadt über seine Arbeit.
Viele Menschen müssten täglich mit 4,50 Euro drei Mahlzeiten bestreiten. Dies sei fast unmöglich. Radl informierte über die Ziele des Vereins, die Ausstattung mit Fahrzeugen, Kühlräumen, einem Laden samt Ausstattung sowie der Büroeinrichtung, den Lebens- und den finanziellen Mitteln und den vielschichtigen Aufgaben der unentbehrlichen ehrenamtlichen Helfer. Die Organisation der Lebensmittelverteilung, die Klärung der Berechtigung, die Vermeidung von Missbrauch und eine Zukunftsprognose für die Bevölkerungsschichten, die "bedürftig" werden, waren weitere Themen.
Die Friedberger Tafel gründete sich Anfang des vergangenen Jahres und gab ihre ersten Lebensmittel im Sommer 2006 aus. Einig waren sich die BHF-Aktivisten, dass auch Florstädtern der Zugang zu einer Tafel ermöglicht werden sollte. Im Laufe des Abends wurde ein Modell für die Zusammenarbeit der Tafel Friedberg mit der Bürgerhilfe Florstadt aus der Taufe gehoben. Bedürftige sollen sich demnach ab der ersten Adventswoche während der Bürozeiten der Bürgerhilfe Florstadt (donnerstags 16 bis 18 Uhr, Stadtverwaltung Florstadt) anmelden. Die Bürodienstkräfte der Bürgerhilfe prüfen die Berechtigung und stellen entsprechende Ausweise aus. Berechtigt sind in erster Linie Menschen, die öffentliche Leistungen beziehen wie Sozialhilfe/Sozialgeld oder Arbeitslosenhilfe und Arbeitslosengeld nach Hartz IV. Gleichzeitig werden die Aktivisten der Bürgerhilfe Sponsoren suchen sowie Bäcker, Metzger oder Lebensmittelhändler in Florstadt wegen Lebensmittelspenden ansprechen, erklärte Dieter Eckhardt, Sprecher der Bürgerhilfe Florstadt.
Abzuholen sind die Lebensmittel in Friedberg, Kleine Klostergasse 11. Florstädter Bedürftigen, die ihre Lebensmittel selbst nicht abholen können, hilft die Bürgerhilfe mit einem noch zu organisierenden Fahrdienst. Deshalb sucht die BHF weitere Mitstreiter für die gute Sache, die sich ebenfalls während der Bürozeiten registrieren lassen können.