Friedberg. Ein Informationsabend zur „Friedberger Tafel“ fand jetzt in der Stadthalle statt. Dabei gab Peter Radl, zweiter Vorsitzender des Vereins „Friedberger Tafel“ in seinem Referat einen Überblick über die Geschichte der „Tafel“. Danach wurde 1963 eine erste in den Vereinigten Staaten gegründet. In Deutschland folgte die erste Gründung 1993 in Berlin. Zunächst bildete sich der „Dachverband Deutsche Tafelrunde“ bis 1996 der Name „Deutsche Tafel“ entstand.
Bei einer solchen „Tafel“ handelt es sich um eine Gruppe von sozial engagierten Menschen, die es sich zur Aufgabe machen, Bedürftige zu unterstützen. Das heißt, „Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, werden von uns bei den Geschäften eingesammelt und an Bürger mit wenig Geld verteilt“, erklärte Radl. In diesem Zusammenhang hob er hervor, dass diese Lebensmittel „ohne Einschränkungen genießbar sind“. Wie das Prinzip funktioniert, erläuterte Radl folgendermaßen: Die Bedürftigen müssen sich bei der „Friedberger Tafel“ anmelden und erhalten unter Nachweis bestimmter Kriterien eine Berechtigungskarte, um einmal die Woche einen Korb voll Lebensmittel für einen Beitrag von 1,50 Euro abzuholen. Zu den Kriterien gehören beispielsweise der Bezug von Arbeitslosengeld II oder das Beziehen einer kleinen Rente. In Friedberg hatte sich die Tafel im Februar gegründet. Hannelore Finkernagel als erste Vorsitzende und Peter Radl als deren Stellvertreter gaben den Anstoß. Bis jetzt haben sich nach ihren Angaben rund 70 Helfer gemeldet. Eine solche Zahl Freiwilliger sei auch notwendig, heißt es, genauso wie Sponsoren. Denn die Arbeit der Friedberger „Tafel“ sei aufwendig. Zur Zeit sucht der Verein noch einen Raum für einen „Tafelladen“ in der Kreisstadt. Mit Kühlwagen werden Obst Brot, Milchprodukte und anderes zum Ladengeschäft transportiert. Dort wird jedem ein Korb gepackt, den er zu einem festgelegten Termin abholt.
Doch die „Friedberger Tafel“ sieht in ihrer Arbeit noch mehr. „Wir wollen den Bedürftigen auch ein Forum bieten sich zu unterhalten und sich kennen zu lernen.“ Und von diesen Bedürftigen gibt es in Friedberg laut Radl rund 3500. Als man in diesen Tagen im Kreishaus für den Bezug von Lebensmitteln bei der „Tafel“ anmelden konnte, taten das nach seinen Angaben so gleich 42 Familien. „Es gibt also einiges zu tun“, sagte Finkernagel zum Abschluss der Veranstaltung und wies auf die Homepage der „Friedberger Tafel“ mit der Adresse www.friedberger-tafel.de. hin. (zis)
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